Als ich mein erstes Baby bekommen habe, war ich total auf die Geburt fokussiert. Alles drehte sich um die Frage: Wie schaffe ich die Wehen? Doch was direkt danach passiert, darüber habe ich mir ehrlich gesagt viel zu wenig Gedanken gemacht. Dabei sind die ersten 24 Stunden nach der Geburt so besonders – aber auch ganz schön intensiv. Hier ein ehrlicher Einblick, was auf dich zukommt und was ich gerne vorher gewusst hätte
1. Dein Körper fährt Achterbahn
Nach der Geburt fühlt man sich nicht einfach „fertig“ – es geht sofort weiter. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren, um sich umzustellen. Die Gebärmutter zieht sich zusammen, was zu sogenannten Nachwehen führt. Die können sich wie kleine Mini-Wehen anfühlen, besonders wenn dein Baby trinkt, weil das Stillen die Rückbildung anregt. Viele Frauen schwitzen oder frieren im Wechsel, manche zittern am ganzen Körper. Das ist normal – dein Kreislauf ist völlig überlastet.
Mein Tipp: Sei nicht zu tapfer. Wenn dir kalt ist, sag sofort Bescheid und verlange eine Decke oder eine Wärmflasche. Mir hat auch ein warmer Tee extrem gutgetan. Und wenn die Nachwehen zu stark sind, frag nach Schmerzmitteln – dafür sind sie da.
2. Kuscheln ist wichtiger als alles andere
Das Erste, was dein Baby braucht, bist du. Haut an Haut reguliert sich die Atmung, der Herzschlag wird ruhiger und es fühlt sich einfach geborgen. Dieser Moment wird „Bonding“ genannt, und er ist so magisch, dass man ihn wirklich bewusst geniessen sollte. Dein Baby wird ganz instinktiv mit kleinen Bewegungen zur Brust wandern – das ist der sogenannte „Breast Crawl“.
Beim ersten Kind wurde sofort das Handy gezückt für Fotos. Beim zweiten habe ich bewusst gesagt: Wir geniessen das jetzt ohne Ablenkung. Diese ersten Minuten kommen nie wieder, und sie sind viel wertvoller als jedes Bild.
3. Stillen ist nicht immer „magisch“
Viele stellen sich vor, dass das Baby sofort problemlos an die Brust geht und alles wie von allein klappt. Die Realität: manchmal funktioniert es sofort, manchmal gar nicht. Am Anfang hast du nur wenige Tropfen Kolostrum, aber genau das reicht völlig. Das Anlegen kann anfangs ungewohnt oder sogar schmerzhaft sein, bis man die richtige Position gefunden hat.
Warte nicht, bis du verzweifelt bist. Wenn es sich komisch anfühlt oder weh tut, hol dir sofort Hilfe von der Hebamme. Ich habe beim ersten Mal viel zu lange alleine probiert und war dann völlig entmutigt. Beim zweiten Kind habe ich direkt nach Unterstützung gefragt – und das hat alles verändert.
4. Du bist plötzlich eine Mama – und das fühlt sich verrückt an
Man denkt, dieser Moment wird von einer riesigen Welle der Liebe begleitet. Bei manchen Mamas ist das so, bei anderen nicht. Ich war beim ersten Kind eher überwältigt und hatte das Gefühl: Das ist jetzt mein Baby? Wirklich? – und gleichzeitig kamen Tränen, Lachen und Zittern. Dein Körper ist voller Hormone, deine Gefühle springen innerhalb von Minuten von „überglücklich“ zu „überfordert“.
Ganz wichtig: Es ist völlig normal, wenn du nicht sofort das „grosse Mama-Gefühl“ hast. Manchmal wächst die Bindung langsam. Ich hätte mir gewünscht, dass mir das vorher jemand sagt, anstatt dass ich mich schlecht fühle, weil es nicht sofort „perfekt“ war.
5. Schlaf? Kaum vorhanden
Die erste Nacht mit Baby ist meistens kein erholsamer Schlaf. Dein Baby braucht Nähe, will alle ein bis zwei Stunden trinken und schläft am liebsten direkt auf deiner Brust. Du selbst bist so voller Adrenalin, dass du wahrscheinlich sowieso nicht gleich tief schläfst.
Versuch, es nicht als „durchwachte Nacht“ zu sehen, sondern als Teil eures Ankommens. Mach kleine Nickerchen, wenn es irgendwie geht, und nimm Hilfe an, wenn dein Partner oder deine Partnerin das Baby kurz halten kann, damit du die Augen zumachen kannst.
6. Kleine Untersuchungen
In den ersten 24 Stunden gibt es einige Dinge, die rund um dein Baby passieren. Es wird gewogen, gemessen und gründlich untersucht. Viele Kliniken geben gleich das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K. Das ist wichtig, aber: du darfst immer fragen, was genau gemacht wird und ob du dabei sein kannst. Manche Untersuchungen können auch nach dem ersten Bonding gemacht werden.
Beim ersten Kind war ich zu unsicher, um Fragen zu stellen. Beim zweiten habe ich klar gesagt: Bitte zuerst Bonding, dann alles andere. Das wurde problemlos respektiert – und ich hatte das Gefühl, viel mehr mitbestimmen zu dürfen.
7. Essen, Duschen, Durchatmen
Nach der Geburt kommt der Hunger – und zwar richtig. Ich erinnere mich noch, wie ich das erste Mal gegessen habe und dachte: So gut hat mir noch nie etwas geschmeckt. Dein Körper braucht Energie, also iss, was dir guttut. Eine Dusche ist wie ein kleiner Neuanfang, auch wenn du dich vorsichtig bewegen musst. Lass dir helfen, wenn dir schwindlig ist.
Nimm dir für die Kliniktasche unbedingt ein weiches, gemütliches Outfit mit – kein enges Nachthemd oder unbequeme Hose. Für mich war ein lockerer Baumwoll-Pyjama und warme Socken das Beste überhaupt.
Mein Fazit
Die ersten 24 Stunden nach der Geburt sind magisch, chaotisch, emotional und körperlich anstrengend – alles auf einmal. Ich hätte mir gewünscht, dass mir jemand vorher sagt: Es ist völlig normal, wenn du dich nicht sofort wie „die perfekte Mama“ fühlst.
Diese erste Zeit ist zum Ankommen da – für dich und dein Baby. Lass dir helfen, frag nach, gönn dir Pausen und geniesse die kleinen Momente, die wirklich zählen: Haut an Haut, der erste Blick, das erste kleine Geräusch deines Babys.
* Hinweis: Transparenz ist mir wichtig.
Diese Seite enthält Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn du über einen meiner Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Du unterstützt damit indirekt die Kinderkasse, wofür ich dir sehr dankbar bin. ❤️


