Die letzten Wochen einer Schwangerschaft sind etwas ganz Besonderes: der Bauch ist riesig, die Bewegungen werden beschwerlicher, und gleichzeitig wächst die Vorfreude aufs Baby ins Unermessliche. Aber Hand aufs Herz: Auch die Nervosität steigt.
Ich weiss noch genau, wie ich in meiner ersten Schwangerschaft plötzlich das Gefühl hatte, alles müsse jetzt „perfekt vorbereitet“ sein. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen und habe jedes Hausmittelchen ausprobiert. Beim zweiten Kind war ich viel entspannter – ich wusste, was mir gut tut, und konnte besser unterscheiden zwischen „macht Sinn“ und „macht nur Stress“.
Hier findest du eine ausführliche Übersicht über die wichtigsten geburtsvorbereitenden Massnahmen – mit Infos, wie sie wirken können, ab wann sie sinnvoll sind, und was meine eigenen Erfahrungen dazu waren.
1. Bewegung – sanft, aber regelmässig
Auch wenn man sich im neunten Monat eher wie eine Schildkröte fühlt: Bewegung ist unglaublich wichtig. Sie stärkt Kreislauf und Muskeln, sorgt für eine bessere Sauerstoffversorgung und macht das Becken flexibel.
- Spaziergänge: Schon 20–30 Minuten täglich helfen, den Körper fit zu halten.
- Schwimmen: Entlastet Rücken und Gelenke, du fühlst dich plötzlich federleicht.
- Yoga für Schwangere: Fördert Atmung, Flexibilität und Entspannung.
Mein Tipp: Lieber kurze, regelmässige Bewegung als sich einmal pro Woche zu überanstrengen. Ich habe zum Beispiel oft kleine Dehnübungen vorm Schlafengehen gemacht – das hat auch gegen Rückenschmerzen geholfen.
2. Dammmassage – kleines Ritual mit grosser Wirkung
Viele Frauen zögern anfangs bei diesem Thema, aber die Dammmassage kann wirklich helfen, Geburtsverletzungen vorzubeugen.
- Ab wann: ab der 34. SSW.
- Wie oft: 3–4 Mal pro Woche, ca. 5–10 Minuten.
- Hilfsmittel: Weizenkeimöl, Mandelöl oder spezielle Öle aus der Apotheke.
- Wirkung: Das Gewebe wird elastischer, besser durchblutet und kann sich während der Geburt leichter dehnen.
Meine Erfahrung: Bei meiner ersten Geburt hatte ich grössere Verletzungen, bei der zweiten Geburt war es deutlich besser – und ich habe die Dammmassage viel regelmässiger gemacht.
3. Himbeerblättertee – die sanfte Unterstützung
Ein Klassiker in der Geburtsvorbereitung ist Himbeerblättertee*.
- Wirkung: lockert das Gewebe im Beckenbereich, regt die Durchblutung an, kann die Eröffnungsphase verkürzen.
- Dosierung: ab der 36. SSW mit 1 Tasse pro Tag starten, später steigern auf 2–3 Tassen.
- Hinweis: Nicht zu früh beginnen und Rücksprache mit der Hebamme halten.
Mein Tipp: Wenn dir der Geschmack zu herb ist, kannst du etwas Zitronensaft oder Honig dazugeben.
4. Geburtsvorbereitungskurs – Wissen ist Stärke
Ein Kurs ist mehr als reine Theorie. Er gibt dir und deinem Partner Sicherheit und zeigt, wie ihr gemeinsam die Geburt gestalten könnt.
- Inhalte: Atemtechniken, Geburtspositionen, Infos zu Schmerzlinderung, Partnerübungen, Wochenbett.
- Mehrwert: Austausch mit anderen Schwangeren – das Gefühl, mit seinen Sorgen nicht allein zu sein.
- Partnerrolle: Dein Partner lernt, wie er dich unterstützen kann (z. B. Massagen, Positionen halten, Atemhilfe).
Für mich war das ein riesiger Unterschied: Mein Mann wusste genau, wie er mich begleiten konnte, und das hat uns beide entspannter gemacht.
5. Akupunktur – traditionell und wirksam?
Viele Hebammen und Ärzte bieten ab der 36. Woche geburtsvorbereitende Akupunktur an.
- Frequenz: 1x pro Woche.
- Ziel: Muttermund vorbereiten, Beckenboden entspannen, Geburt verkürzen.
- Erfahrung: Studien deuten darauf hin, dass die Eröffnungsphase verkürzt werden kann.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft habe ich Akupunktur gemacht – für mich war es wie eine kleine Auszeit. Ob die Geburt wirklich deshalb kürzer war, kann ich nicht sicher sagen, aber geschadet hat es sicher nicht.
6. Ernährung – leicht, nährstoffreich und stärkend
Gerade in den letzten Wochen lohnt es sich, den Körper nicht mit schwerer Kost zu belasten.
- Eiweissreiche Lebensmittel (Eier, Linsen, Joghurt) unterstützen Muskeln und Gewebe.
- Leichte Kost wie Suppen, Eintöpfe und gedünstetes Gemüse ist bekömmlicher.
- Genug Flüssigkeit – Wasser, Kräutertees, Infused Water.
- Datteln*: Studien zeigen, dass regelmässiger Verzehr von Datteln ab der 36. Woche den Muttermund positiv beeinflussen kann.
Ich habe Datteln im Smoothie gegessen – so waren sie weniger süss, aber super lecker.
7. Mentale Vorbereitung – innere Ruhe finden
Eine Geburt findet nicht nur körperlich, sondern auch mental statt. Ängste und Anspannung können den Geburtsverlauf beeinflussen.
- Affirmationen: Positive Sätze wie „Mein Körper weiss, was er tut“ helfen, Vertrauen zu stärken.
- Visualisierung: Sich den Geburtsverlauf positiv vorstellen.
- Hypnobirthing: Eine Methode, um Angst zu reduzieren und sich tief zu entspannen.
- Atemübungen: Schon vorher üben, damit du in den Wehen automatisch darauf zurückgreifen kannst.
Ich habe mir Affirmationskarten geschrieben und ins Spital mitgenommen – sie waren für mich wie kleine mentale Anker in den Wehenpausen.
8. Praktische Vorbereitung – für ein sicheres Gefühl
Auch organisatorische Dinge können enorm entlasten, weil du nicht in letzter Minute ins Chaos fällst.
- Kliniktasche ab Woche 36 packen.
- Geburtsplan überlegen (z. B. Musik, Positionen, Wünsche zur Nabelschnur).
- Babysachen waschen und bereitstellen.
- Wochenbett vorbereiten (Stillkissen, Snacks, bequeme Kleidung, Vorräte im Kühlschrank).
Bei meiner zweiten Geburt war ich viel entspannter, weil zuhause schon alles bereitstand.
Mein Fazit
Du kannst die Geburt nicht komplett planen – aber du kannst dich so vorbereiten, dass du dich stark, sicher und zuversichtlich fühlst. Für mich war die Kombination aus Bewegung, Dammmassage, Himbeerblättertee*, mentaler Vorbereitung und guter Organisation perfekt.
Das Wichtigste ist: Höre auf dich und deinen Körper. Mach nur das, was sich für dich gut anfühlt – und vergiss nicht, dir zwischendurch Ruhe und Pausen zu gönnen.
Du bist bestens vorbereitet, auch wenn nicht jeder Punkt auf der Liste abgehakt ist.
* Hinweis: Transparenz ist mir wichtig.
Diese Seite enthält Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn du über einen meiner Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Du unterstützt damit indirekt die Kinderkasse, wofür ich dir sehr dankbar bin. ❤️


